12.04.17 15:20

Teures Tanken vor Ostern – alles Absprache?

Pünktlich vor Beginn der Osterferien sind in ganz NRW die Kraftstoffpreise gestiegen. Dies kann zum einen durch gestiegene Rohölpreise begründet werden, doch oft vermuten Verbraucher auch Preisabsprachen unter den Tankstellenbetreibern als eine Ursache. Forscher des DICE finden in einer Studie hierfür aber keinen statistischen Nachweis, zeigen stattdessen auf, was die Benzinpreise wirklich bestimmt, und geben Tipps wie Verbraucher an der Zapfsäule sparen können.

Autofahrer müssen sich vor Ferienbeginnen öfter auf steigende Benzinpreise gefasst machen. Auch pünktlich zu Beginn der diesjährigen Osterferien ist dies der Fall. So ist der Preis für „Super E10“ im Tagesdurchschnitt um ca. 2 Cent gestiegen im Vergleich zur vorherigen Woche. Auch beim „Diesel“ zeigen aktuelle Daten des Automobilclubs (ADAC) einen Anstieg um etwas was mehr als einen Cent. Zwar ist auch der Rohölpreis zum Ende der letzten Woche gestiegen, dennoch werden oft aber auch vermeintliche Preisabsprachen der Tankstellenbetreiber nach einem Besuch an der Zapfsäule für Preisanstiege verantwortlich gemacht.

Durch die seit 2013 existierende Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) des Bundeskartellamtes stehen nicht nur Forschern, sondern auch Verbrauchern, Echtzeitinformationen über Preisentwicklungen der einzelnen Betreiber zur Verfügung.

Forscher des DICE finden in einer Studie hierzu heraus, dass sich für das Jahr 2014 90% der Preisbildung durch beobachtbare Faktoren statistisch erklären lassen. Vor allem Einkaufspreise auf Großhandelsebene (der Raffinerien) werden nahezu zu 100% an die Endverbraucher weitergereicht, was für intensiven Wettbewerb spricht. Nachweise für Preisabsprachen auf Ebene der Tankstellenbetreiber lassen sich statistisch also nicht finden.

Markentankstellen können – im Vergleich zu freien Tankstellen – im Durchschnitt rund 2,5 Cent höhere Preise durchsetzen, wobei der Markenwert allerdings variiert. Während bei Aral und Shell die Benzinpreise rund durchschnittlich rund 4 Cent höher sind als bei freien Tankstellen liegt der Aufschlag bei Esso und Total unter 3 Cent.

Am günstigsten aber können Autofahrerinnen und Autofahrer bei solchen Tankstellen tanken, die Kraftstoff nur im Nebengeschäft verkaufen, wie etwa bei Supermarkttankstellen oder Mr. Wash. Hier sind die Preise im bundesweiten Durchschnitt noch einmal um bis zu 4 Cent günstiger. Auch lohnt sich eine Fahrt an die Zapfsäule besonders in den späten Abendstunden zwischen 18 Uhr und 21 Uhr, denn dann sind die Preise im Tagesverlauf am günstigsten. So bleibt dann auch noch etwas mehr in der Urlaubskasse – auch zum diesjährigen Osterfest. _Niklas Fourberg

 

In diesem Beitrag erwähnte DICE Studien:

Justus Haucap, Ulrich Heimeshoff & Manuel Siekmann, Fuel Prices and Station Heterogeneity on Retail Gasoline Markets, erscheint in: The Energy Journal, online verfügbar als undefinedDICE Discussion Paper No 171.

Justus Haucap, Ulrich Heimeshoff & Manuel Siekmann, Selling Gasoline as a By-Product: The Impact of Market Structure on Local Prices, online verfügbar als undefinedDICE Discussion Paper No. 240.

Einen ausführlicheren Beitrag hierzu finden sie auch in unserem undefinedDICE Policy Brief #9.

 

 

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