Wettbewerb und Verhandlungen in der vertikalen Wertschöpfungskette

  • Laufzeit des Projektes: 06/2013 - 06/2016
  • Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) and Agence National de la Recherche (ANR)

Kurzbeschreibung des Projektes

Vertikale Wertschöpfungsketten sind Strukturen von Branchen, in denen einige Unternehmen auf der vorgelagerten Ebene ("upstream level") andere Unternehmen, die auf der nachgelagerten Ebene ("downstream level") beliefern. Oftmals gibt es hierbei auf beiden Ebenen ein Abweichen vom perfekten Wettbewerb, was insbesondere durch Verhandlungen zwischen Firmen der verschiedenen Ebenen deutlich wird. Das Ziel dieses Projektes ist es, die industrielle Organisation der vertikalen Wertschöpfungsketten in Bezug auf den Wettbewerb und Verhandlungen zu verstehen und folglich dessen Auswirkung auf den Preis, Vielfalt und Qualität der angebotenen Produkte für die Verbraucher zu analysieren. Zur Erreichung dieses Ziels, verbindet das vorliegende Projekt die theoretische Forschung bezüglich industrieller Organisation mit empirischen und experimentellen Ansätzen.

Das vorgestellte Projekt folgt einem früheren deutsch-französischen Projekt, welches von der ANR und der DFG von 2008 bis 2011 finanziert wurde. Während das erste erfolgreiche Projekt aus theoretischer Sicht zu einem eingehenden Verständnis über die vertikalen Beziehungen führte, zielt das vorliegende Projekt nicht nur auf die Erhaltung und Erhöhung der bestehenden Interaktionen zwischen den Teilnehmern auf dem Gebiet der theoretisch industriellen Organisation ab, sondern entwickelt ebenfalls neue Interaktionen zwischen empirischen und experimentellen Ökonomen aus Frankreich und Deutschland. Die Aufnahme von empirischen und experimentellen Analysen ermöglicht es schließlich sich auf die wesentlichen Fragen der vertikalen Wertschöpfungsketten mit drei verschiedenen und sehr komplementären Methoden zu konzentrieren.

Das Gesamtprojekt besteht aus vier Arbeitspaketen. Ziel des ersten Arbeitspaketes ist es zu verstehen, wie sich der Wettbewerb und das Machtgleichgewicht zwischen den upstream-und downstream Unternehmen auf die verschiedenen Investitionsarten, welche innerhalb der vertikalen Wertschöpfungskette realisiert werden, auswirken. Insbesondere konzentrieren wir uns auf die vertikal unternehmerischen Anreize, die darauf abzielen die Qualität zu steigern oder Betriebskosten zu senken, oder auch in die soziale Verantwortung zu investieren. Das zweite Arbeitspaket zielt auf die Integration der Vielfalt der RetailFormen in die Analyse über Wettbewerb im Einzelhandel sowie über die Machtverhältnisse zwischen Händlern und ihren Lieferanten, ab. Multi-Format-Wettbewerb im Einzelhandel ergibt sich aus der Heterogenität des Verbraucher Kaufverhaltens und ist wahrscheinlich als spezifische Wettbewerbsstrategie (Quersubventionierung, Lockvogel Angebotsführer, usw.) oder als neue Verhandlungsstrategie gegenüber dem Lieferanten zu generieren. Das dritte Arbeitspaket konzentriert sich auf die wettbewerbswidrigen Auswirkungen von Verträgen, wie zum Beispiel die Abschottungswirkungen oder die vertikale Kontrolle des Wettbewerbs in der vertikalen Wertschöpfungskette. Das letzte Arbeitspaket nimmt eine dynamische Perspektive auf, indem es Themen, wie Preisabsprachen, Aufbau von Unternehmensreputation sowie gegenwärtige Unternehmensstrategien bei Nachfrageunsicherheiten, analysiert.

Beteiligte Mitarbeiter des Projektes

Kooperationspartner

DR. CLAIRE CHAMBOLLE
Research Fellow INRA ALISS
65 boulevard de brandebourg
94205 Ivry-sur-Seine (France)
e-mail : claire.chambolle@ivry.inra.fr

Auftraggeber des Projektes

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